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INTERNETWORKSHOP NO.2
Leichte Fingerübungen für die "Zupfhand".
Ich habe für diesen Riff des Monats besondere "Fingerübungen" ausgewählt,
weil viele Gitarristen das Problem haben, mit den Fingern der rechten Hand
(Zupfhand; bei Linkshändern natürlich die linke Hand) gleichmäßig und mit
größeren Geschwindigkeiten die einzelnen Saiten zu zupfen. Damit meine ich,
mit allen vier Fingern (Daumen, Zeige- , Mittel- und Ringfinger) ausgewogen
und "geschmeidig" zu spielen. Für diese Übung habe ich folgendes Stück
geschrieben:
Wasserfall
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Du stimmst zuerst die dicke
E-Saite einen Ton tiefer auf D. Greife dafür in den 7. Bund der dicken
E-Saite, schlage diesen Ton an und vergleiche ihn mit der leeren A-Saite.
Diese beiden Töne müssen gleich sein. Die dicke E-Saite ist natürlich zu
hoch. Deswegen stimme sie solange tiefer, bis beide Töne übereinstimmen.
Vergleiche diesen Ton auch mit der leeren D-Saite. Deine dicke E-Saite ist
jetzt genau eine Oktave tiefer gestimmt als die D-Saite.
Ich spiele es Dir beim Tonbeispiel 1 langsam vor.
Greife nun den normalen D-Griff und schlage alle sechs Saiten an. Du
wirst feststellen, daß der D-Griff jetzt viel voller klingt.
Nun verschiebst Du diesen D-Griff drei Bünde höher, so daß Du
mit dem Zeigefinger (1) und Mittelfinger (2) im 5.Bund und mit dem
Ringfinger (3) im 6.Bund greifst (siehe Griffbild 1). Schlage dabei
alle Saiten an.
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Dann verschiebst Du diesen Griff
einen Bund zurück in den 4. und 5. Bund. Das ist der Griff für den zweiten
Takt. Danach gehst Du mit dem gleichen Griff noch einen Bund zurück in den
3. und 4. Bund. Das ist der Griff für den dritten Takt. Zum Schluß rutschst
Du noch einen Bund tiefer in den 2. und 3. Bund. Das ist wieder der normale
D-Griff und der Griff für den vierten Takt. Wiederhole nochmal alle Griffe
und schlage sie dabei einmal an. Das klingt so auch schon ganz gut. Jetzt
zum Zupfsystem:
Du zupfst zuerst mit dem Daumen (D) die dicke E-Saite (jetzt auf D
gestimmt), dann mit dem Zeigefinger (Z) die G-Saite, mit dem Mittelfinger
(M) die h-Saite und mit dem Ringfinger (R) die dünne e-Saite.
Dann wechselt der Daumen zur D-Saite. Danach zupfst Du mit den restlichen
Fingern wieder die gleichen Saiten wie vorher.
Jeder gezupfte Anschlag hat die gleiche rhythmische Länge. Es wird also
alles gleichmäßig durchgespielt. Da wir acht Anschläge in einem Takt haben,
sprechen wir von 1/8 Anschlägen oder 1/8 Noten.
Diesen ersten Takt übst Du solange, bis Du ihn auswendig und einigermaßen
locker spielen kannst. Fange ruhig ganz langsam an. Denke immer daran, alles
gleichmäßig durchzuspielen. Das einzige, was Du wechseln mußt, ist der
Daumen. Er springt zwischen der dicken E-Saite und der D-Saite hin und her.
Höre Dir dazu das Tonbeispiel 2 an. Hier spiele ich Dir am Anfang den
ersten Takt mehrmals langsam vor.
Jetzt brauchst Du nur den D-Griff jeweils um einen Bund zu verschieben,
schon kannst Du die ersten vier Takte locker spielen (vergleiche mit der
oben stehenden Tabulaturen).
Wichtig ist, daß Du sehr langsam beginnst und erst von mal zu mal schneller
wirst. Halte dabei Deine Finger der rechten Hand, so nah wie möglich über
die Saiten, damit Du Deine Hand kaum bewegen mußt. Versuche nur mit
Kreisbewegungen der Finger, die richtigen Saiten zu treffen (siehe
Zeichnung der rechten Hand). So hast Du die größte Möglichkeit, mit der
Zeit schneller und schneller zu spielen. Dann klingt dieses Übungsstück auch
wie ein Wasserfall.
Spiele die ersten vier Takte immer wieder, bis alle Töne ineinander
"fließen".
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Wenn das gut klappt, dann versuche
die zweite Tabulatureihe. In der Tabulatur siehst Du ja, wie Du die
Griffe greifen mußt. Die Zupftechnik ist immer die gleiche. Achte auf den
letzten Takt. Hier zupfst Du beim A-Griff zuerst mit dem Daumen die A-Saite,
nicht wie vorher die dicke E-Saite. Der Rest bleibt gleich.
Das Stück "Wasserfall" ist leicht zu spielen. Der Reiz liegt in der
Geschwindigkeit. Die bekommst Du, wenn Du bei jeder Übung die Finger aus der
Hand heraus kreisförmig, geschmeidig und gleichmäßig bewegst. Die
Schnelligkeit kommt dann von selbst. Ich führe es Dir beim Tonbeispiel 3
vor. Hier fange ich langsam an und werde immer schneller. Das schaffst Du
mit ein bißchen Übung auch. Wenn Du z.B. diese Spieltechnik jeden Tag ein
Paar Minuten üben würdest, wäre das ideal. Die Finger der rechten Hand
würden allmählich gelenkiger.
Viel Spaß beim Spielen und kein "Fingerchaos".
Dein Peter Bursch
Du kannst nun "Online" üben oder Dir den kompletten Übungstext und die
beiden Tonbeispiele einfach herunterladen. Die Tabulaturen kannst Du Dir bei
Bedarf durch Anklicken der Bilder (ca. 12 bzw. 44 kB) kopieren.
(362 KB) |
Tonbeispiel 1 |
(117 KB) |
(561 KB) |
Tonbeispiel 2 |
(299 KB) |
(245 KB) |
Tonbeispiel 3 |
(140 KB) |
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Übungstext |
(8 KB) |
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workshop komplett
(mit Tabulaturen) |
(1132 KB) |
Das gesamte Beispiel ist ein Ausschnitt aus meinem [
Gitarrenbuch 2
]
im Voggenreiter Verlag. Hier findest Du jede Menge solcher
Spieltechniken und Riffs!
Viel Spaß damit.
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